Multisite Management für Produktionsstandorte

Site-to-Site Transfers mit SAP Manufacturing Execution für eine Produktionsstättenübergreifende Übertragung von Fertigungsdaten

In einer papierlosen Produktion müssen Informationen zwischen Lieferanten, (virtuellen) Herstellern, Auftragsfertigern, Logistikanbietern, Großhändlern, Einzelhändlern und Kunden digital übertragen werden. Aber schon der Informationsaustausch zwischen zwei Produktionsstätten innerhalb eines Unternehmens oder auch nur Standortes kann eine Herausforderung sein, wenn dieser Prozess nicht von vornhinein mit berücksichtigt wird. SAP hat dies für seine Manufacturing Lösungen beispielsweise mit dem SAP Site-to-Site Transfers innerhalb des SAP Manufacturing Execution (SAP ME) gelöst. Wird zum Beispiel eine führende Produktionssteuerungsnummer (PSN) für ein zu fertigendes Produkt am Standort Q (Quellproduktionsstätte) für die Vorproduktion erstellt, so sollte diese am weiterverarbeitenden Betrieb Z (Zielproduktionsstätte) wiederverwendet werden können. Sonst verliert man sehr schnell den digitalen Lebenslauf eines Produktes und das treibt den Aufwand für die Rückverfolgbarkeit immens nach oben.

Funktionsweise Site-to-Site Transfers

In einer global vernetzten Produktion sieht die Wertschöpfung in der Regel sehr komplex aus, beispielsweise so:

Ein Zulieferer (A) aus Asien liefert Elektronikbauteile an und in einer eigenen Vorproduktion (Q) in Osteuropa werden eigene, mechanische Teile vorgefertigt. In dieser Quellproduktionsstätte wird für die weitere Verarbeitung auch die erste Produktionssteuerungsnummer vergeben. Mit dieser PSN #1 werden alle verbauten Chargen und Umgebungs- und Prüfparameter verknüpft.

Diese Halbfabrikate werden nun in einem Werk (W) in einer automatischen Linie weiterverarbeitet und ersten Funktionstests unterzogen. Die Bearbeitungs- und Prüfdaten an dem Halbfabrikat werden an die in Werk Q erstellte PSN #1 ergänzt.

Für die weitere Verarbeitung wird das Halbfabrikat nun in ein anderes Werk (M) zur kundenindividuellen Endmontage geliefert. Im zugrundeliegenden lokalen SAP MES wird für dieses Fertigfabrikat eine neue PSN #2 erstellt. Aber auch in diesem Werk kann dank Site-to-Site Transfers auf die Daten der PSN #1 des Halbfabrikates zugegriffen werden und wird mit der neuen PSN verknüpft. An der neuen PSN #2 hängen somit die bisherigen Aktivitäten und wird mit den Montageschritten und den finalen Testergebnissen ergänzt.

Zum Abschluss wird das fertige Produkt an den Versanddienstleister (= Zielproduktionsstätte Z) übergeben und auch hier die PSN transferiert, damit sie mit den Versanddaten ergänzt werden kann. Anhand der PSN kann an dieser Stelle nochmal überprüft werden, dass alle Tests positiv abgeschlossen wurden, ansonsten würde der Etikettendruck vom System durch Prozessverriegelung nicht freigegeben.

Material und dazugehörige Shop-Floor-Daten werden von Werk Q zu Werk Z transferiert

Das bedeutet, die Produktionssteuerungsnummer (PSN) wird mit dem nur teilweise fertiggestellten Produkt (Halbfabrikat) also als ID zur Weiterverarbeitung an die Zielproduktionsstätte übertragen und weitergeführt. An der PSN hängen somit die Daten vom Zulieferer über die Verarbeitungsschritte, verwendeten Chargen und Prüfdaten (= Übertragen von PSN für eine übergeordnete Produktion). Fließen die Halbfabrikate in ein Fertigfabrikat ein, bekommt dieses eine neue PSN, ergänzt um die PSN mit der Historie der verbauten Halbfabrikate (= Übertragen von PSN für den Verbrauch).

Eine Produktionsstätte kann beispielsweise das gesamte Werk, in dem ein Produkte hergestellt wird, eine separate, kleinere Einrichtung in einem Werk, ein spezialisierter Abschnitt eines Werks oder einer Einrichtung, zum Beispiel ein Bereich, an dem RMAs abgearbeitet oder Leiterplatten nachbearbeitet werden, sein.

An eine Produktionssteuerungsnummer sind üblicherweise folgende herstellbedingte Chargendaten und Prüfdaten geknüpft:

  • Aktivitätsdatensätze
  • As-Built-Historie
  • benutzerdefinierte Daten für Fertigungsauftrag
  • Datenerfassung / Prüfdaten
  • Abweichungsdaten
  • Prozesslos
  • Fertigungsauftragsidentifikator

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